Piece of mind | Es gibt kein Rezept für ein Leben mit Fibromyalgie

Fibromyalgie

 

So sieht es aus, ich habe Fibromyalgie. Vielleicht hat jemand von Euch schon davon gehört oder davon gelesen. Es ist eine chronische Krankheit, die noch ein wenig unbekannt ist und noch nicht ganz und gar anerkannt ist. Und das macht es für uns, die diese Krankheit haben, schwierig.

Ich habe schon sehr lange die Idee, über diese Krankheit in meinem Blog zu schreiben. Ich habe überlegt, ob ich einen anderen Blog führen soll, neben mein eigentlichen Foodblog. Vielleicht ist das die Erklärung auch für die vielen Wechsel, die ich so mache. Aber ich denke, ich bin so langsam da, wo ich sein möchte mit meinem Blog.

Also habe ich nun beschlossen, außer meinen Rezepten, Euch auch ein wenig Einblick in meinem Leben zu geben. Meinem Leben mit Fibromyalgia.

Was hat es auf sich mit der Fibromyalgia?

Von ärztlicher Seite wird die Fibromyalgia als nicht-entzündliche rheumatische Erkrankung geführt. Diese Krankheit lässt sich nicht anhand von Blutwerten und Entzündungswerten im Blut erkennen.

Es ist eine chronische Schmerzstörung. Man fühlt ständig Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, die immer mal wieder wandern und an andere Stellen auftreten. Starke, stechende, brennende Schmerzen. Diese Krankheit tritt in Schmerschüben auf, die mal stärker, mal weniger stark sind. Wann diese Schübe kommen, weiß man nicht vorher. An einem Tag ist es besser, an darauffolgenden Tag wieder schlechter. Gefolgt von Stimmungsschwankungen bis hin zu tiefen Depressionen, man fühlt sich gerädert, obwohl man geschlafen hat. Jeder Tag stellt eine neue Herausforderung dar. Jeder Tag wird im Hier und Jetzt geplant, so wie es gerade geht.

Am schlimmsten finde ich, ist die Wetterfühligkeit. Gerade jetzt bei diesem wechselhaften Wetter ist es nicht einfach, gut über den Tag zu kommen. Manchmal tut einfach jede Bewegung weh, man hat keinen Antrieb.

Ein Leben mit dieser Krankheit mit einem kleinen Kind war schon nicht so ganz einfach. Viele Aktivitäten konnte ich nicht machen, bzw. nur nach Tagesform. Heute ist mein Kind in der Lage, das zu verstehen. Er weiß mittlerweile, wann es  Mama nicht gut geht und steht mir dann mit seiner Hilfe zur Seite.

Auch mein Mann ist immer für mich da. Manchmal hilflos, weil er gerne mehr machen möchte, aber es einfach nicht geht. Ich danke Gott, dass ich meine kleine Familie um mich habe, die immer für mich da ist, die mich trägt und unterstützt und versteht und keine Vorwürfe macht.

Durch diese Krankheit habe ich auf meiner damaligen Arbeitsstelle Probleme bekommen, weil ich sehr oft gefehlt habe. Eine Anstellung im öffentlichen Dienst. Nur damals war das noch nicht klar, dass ich Fibromyalgia habe. Festgestellt wurde das erst 2013. Schmerzen habe ich aber schon seit ich 25 Jahre alt bin. Ich bin überzeugt, dass ich schon länger diese Krankheit habe. Seit 2010 bin ich nunmehr zu Hause und versuche meinen Job als Mutter und Hausfrau so gut zu machen wie es nur geht. Auch eine neue Herausforderung in meinem Leben, da ich wirklich bis auf den Mutterschutz durchgängig gearbeitet habe. Diese Art von Krankheit macht es nicht einfacher, einen neuen Job anzutreten. Denn wenn man ehrlich genug ist gegenüber dem Arbeitgeber, der wird natürlich eine kranke Person nicht einstellen. Und eine Mama mit Kind erst recht nicht. Habe ich leider sehr oft erleben müssen. Aber diese Thematik steht definitiv auf einem anderen Blatt, auf die ich auch gerne mal eingehen möchte.

Es ist eine Herausforderung, sich jeden Tag aufs  Neue darauf einzustellen. Nicht jeder Tag ist gleich. Es gibt gute Tage und es gibt die miesen Tage, an denen ich mich am liebsten verkriechen würde. Ich bin aber dafür dankbar, dass meine Familie mir einen Grund gibt, mich nicht zu verkriechen 😉

Ich habe lange Jahre gebraucht, um aus einer Depression herauszukommen, weil mich diese Situation so sehr mitgenommen hat.

Mittlerweile bin ich aus der Dunkelheit herausgekommen und habe gelernt die guten Tage mit dieser Krankheit zu genießen und die schlechten Tage auch so hinzunehmen. Mein Motto ist hier dann: Alles wird gut! 😉

Was mir wirklich sehr viel hilft, mich davon abzulenken, ist meine Arbeit als Bloggerin. Es macht  mir wirklich sehr viel Spaß neue Leute kennen zu lernen, tolle Inspirationen zu bekommen und Inspirationen zu teilen!

Ich arbeite ganz intensiv an diesem Blog und stecke wirklich ganz viel Liebe und Arbeit rein und versuche mir ein Standbein zu erarbeiten. Ein langer schwieriger Weg, dennoch möchte ich ihn gehen!

Vor allen Dingen möchte ich mich für Eure Unterstützung, Eure Kommentare und dass Ihr da seit bedanken! Schön, dass es Euch gibt!

Eure

Emmi

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18 thoughts on “Piece of mind | Es gibt kein Rezept für ein Leben mit Fibromyalgie

  1. Liebe Emmi, habe gerade deinen Blog entdeckt und finde es toll, dass du über Fibro bloggst! Ich finde nur so können wir mehr Verständnis im Zusammenleben erreichen. Oft führt die Unwissenheit der Leute ja zu Missverständnissen oder sogar Ausgrenzung, wie du auch selbst schreibst. Und wir haben noch was gemeinsam: die Liebe für’s Kochen! Toll :). Viele liebe Grüße, FibroFee
    PS: vllt. schaust du ja auch mal bei mir rein: http://www.fibrofee.de

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  2. Der arme Snoopy! 🙂
    Leide auch seit vielen Jahren an Fibro und nehme gar nichts mehr an Schmerztabletten. Wenn ich gut auf mich aufpasse und meine Vitamine und Mineralstoffe nehme, ebenso auf die Ernährung achte, dann kann ich mit der Fibro (fast) gut leben.

    Liebe Grüße und alles Gute, Gitta

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    1. Hallo Gitta! 😉
      Ja, das stimmt! Das ist mein Ziel wieder dahin zu kommen! Mit der Ernährung und auf sich aufpassen! Dann kann man es schon schaffen! 😉
      Danke für Deine tollen Worte!
      Lieben Gruß und Dir auch alles Gute, Emmi!

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  3. Das Leben mit chronischen Krankheiten ist eine grosse Scheisse. Ein vernünftiger Anästhesist kann dir heutzutage alles mögliche problemlos verschrieben, wo sich die Ärzte früher noch angestellt haben als ginge es um Crack.
    Was einen anderen Blog angeht: ich verstehe dich, bin da auch zwiespältig, ich habe einen Artikel über eine meiner chronischen Sachen liegen und weiss immer nicht, ob es gut ist so auch andere Leute zu erreichen oder ob es den Rahmen sprengt. Alles Gute für dich und die passenden Ärzte!
    LG Oli

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    1. Liebe Oli! Danke Dir! Ja, die Suche nach dem passenden Arzt, das ist es! Also ich sehe schon, ich werde mich da mal um eine andere Blogebene kümmern, wo man solche Dinge auch mal ansprechen kann 😉 Ich würde mich dann auch freuen, Dich da zu “sehen” 😉
      Lieben Gruß, Emmi!

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      1. Ja sicher, manchmal hilft es ja auch, sich einfach mal nur unter Gleichgesinnten auszukotzen, auch wenn ich andere Krankheiten habe – normalerweise gibt es bei den Problemen ja Überschneidungen. Sag’ Bescheid, wenn es soweit ist!
        LG Oli

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    1. Danke liebe Antje!! 😉 Dennoch werde ich, was diese Sachen angeht wahrscheinlich doch einen anderen Blog führen. Ich finde das passt nicht so gut zu dem Rezeptblog 😉

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      1. Das würde ich glaube ich auch machen. Bitte schick mir unbedingt einen Link zu diesem Blog.
        Krank sein, womit auch immer, ist immer hart. Ich hatte vor ein paar Jahren Krebs. Das kriegt man nie wieder aus dem Kopf. Und es sagt einem auch keiner, dass man gesund ist. Statistisch merkt es vielleicht so aussehen, aber es schaut ja niemand in einen hinein. Auf der psychischen Ebene findet da so viel statt, an dem man jeden Tag zu kauen hat.
        Alles Liebe!

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      2. Liebe Antje! Ich werde den Link auf jeden Fall veröffentlichen, wenn noch jemand dann Interesse hat! 😉 Mensch, Du hast ja auch schon was hinter Dir….;-(
        Ich danke Dir für Dein Vertrauen!! Fühl Dich ganz lieb gedrückt!
        Lieben Gruß, Emmi!

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  4. Hallo Emmi
    Ich folge dir nun schon seit etlichen Monaten!🤗 Habe schon seit Jahren Fibromyalgie, habe meine Ernährung umgestellt,ich lebe schon seit bald 4 Jahren Vegan, bin auch deswegen bei dir auf deinen Blog gekommen, habe 40 Kilo abgenommen.
    Habe schon sämtliche Medikamente und Naturheilpraktiker ausprobiert, bin laut Arzt austherapiert, seit etwa 2 1/2 Jahren bekomme ich Cannabistropfen, legal vom Arzt verschrieben, war am Anfang vor 2 1/2 Jahren eine von 40 Patienten, die den Versuch machen durften, bin begeistert, habe ein neues Leben geschenkt gekriegt, denn die Tropfen haben fast keine Nebenwirkungen, vorher beim Morphium war ich immer voll daneben,
    Habe schon noch Schmerzen aber sie sind erträglicher und mein Mann ist ein echter Schatz, er hilft mir wo er kann.
    Ich nehme jeden Tag wie er kommt, ich geniesse die guten in vollen Zügen und die schlechten vergesse ich ganz schnell wieder..
    Ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft und gaaannnz viele schmerzfreie Tage.
    Kennst du die Malerin Frieda Khalo, sie hatte auch diese Krankheit und ihre Bilder zeigen die Schmerzen, wie ich sie manchmal fühle..

    Liebe Grüsse

    Nelly

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    1. Hallo Nelly!
      Deine Worte geben mir Mut und ich weiß, dass es durch eine Umstellung der Ernährung schon einiges besser ist. Habe das ja schon mal vor ein Paar Jahren gemacht und nun komme ich wieder dahin. WOW 40 Kilo, das ist toll!! Und das motiviert mich auch.
      Von diesen Cannabistropfen habe ich noch nie etwas gehört, schätze, dass man diese nicht einfach so verschrieben bekommt beim Doktor.
      Und die Bilder von Frieda Khalo kenne ich noch nicht und werde aber mich da kundig machen!
      Ich danke Dir sehr, für Deine Offenheit und dass Du mich begleitest! Das freut mich wirklich von ganzem Herzen!
      Ich wünsche Dir einen schönen Tag!
      Lieben Gruß, Emmi!

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  5. Es ist wahrscheinlich noch nicht erforscht mit welchen Verhaltensweisen man der Krankheit entgegenwirken kann,also wird erst die Zukunft zeigen, ob du die Symptome beeinflussen kannst. Ich wünsche dir mehr gute als miese Tage!

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    1. Danke lieber Arno! 😉 Ich werde erst einmal wieder ein Paar Verhaltensweisen ändern, wie z. B. bei der Ernährung ansetzen. Ich hatte mich schon einmal fast vegan ernährt und da ging es mir wirklich viel besser. 😉 Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend!

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